SWR2 - Jazzprogramm Oktober 2016
10.09.2016 21:04 von jazz (Kommentare: 0)

SWR 2 Jazzprogramm
Oktober 2016
Samstag, 1. Oktober, 9.05 – 10.00 Uhr
Musikstunde: Jazz Across The Border
Von Günther Huesmann
Der wohl auffallendste Trend im aktuellen Jazz ist seine fortschreitende Globalisierung. Entstanden um 1900 in den USA als hybride Musik, ist der Jazz durch die Idee groß geworden, dass es sich immer lohnt, wenn man sich auch mit etwas Anderem beschäftigt als nur mit sich selbst. Die in der Improvisation angelegte Idee des Dialogs erleichtert es Jazzmusikern, sich anderen Stilen und Musikkulturen zu öffnen. So ist Jazz zu einer "global language" geworden. "Jazz across the border" hört auf unterhaltsam-informative Weise hin: Wie verändern Musikerinnen und Musiker aus Südamerika, Afrika und Asien die improvisierte Musik von heute? Welche Antworten geben sie auf die Frage nach einer Musik, in der jeder improvisierende Spieler eingeladen ist, seinen eigenen Sound zu entwickeln, mit seinen ganz eigenen musikalischen Sichtweisen, Statements und kulturellen Färbungen?
Samstag, 1. Oktober, 22.03 – 24.00 Uhr
Jazztime: Eleganz, Sorgfalt, Witz Der Gitarrist Volker Kriegel im Portrait
Von Thomas Loewner
Volker Kriegel (1943-2003) war das, was Jazzer einen "selfmade musician" nennen: Das Gitarrenspiel hatte er sich selbst beigebracht und wuchs Stück für Stück in die Jazz-Szene rein. Vor allem seine Kontakte zu Frankfurter Musikern wie etwa den Mangelsdorff-Brüdern führten in den 1960er Jahren dazu, dass Kriegel sich für eine Laufbahn als professioneller Musiker entschied. Der Erfolg gab ihm Recht: Sei es als Mitglied des Dave Pike Set, als Leader seiner eigenen Bands Spectrum und Mild Maniac Orchestra oder als Mitbegründer des United Jazz und Rock Ensemble - Volker Kriegel zählte zu den Lieblingen des deutschen Jazzpublikums. Er hat auch von Anfang an die Nähe zu den Hörern gesucht und distanzierte sich von einem elitären Jazzverständnis. "Mit rückwärts gerichteter Jazz-Romantik und weinerlicher Attitüde ist keinem geholfen. Denn das Gerede der Ideologen, Jazz sei automatisch mehr wert als Unterhaltung, hat uns bloß alle in die Ecke gedrängt."
Dienstag, 4. Oktober, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: My Favorite Discs
Von Bert Noglik
Persönliche Lieblingsalben aus der älteren oder jüngeren Jazzgeschichte werden in der Reihe „My Favorite Discs“ regelmäßig vorgestellt: von den Autorinnen und Autoren unserer SWR2-Jazzredaktion. Legendäre Klassiker oder weniger bekannte Favoriten – warum gerade ein bestimmtes Album sie so beeindruckt hat, erklären sie in dieser Sendung.
Donnerstag, 6. Oktober, 23.05 – 24.00 Uhr
NOWJazz Magazin
Von Odilo Clausnitzer
Neues aus der Welt des Jazz wird im NOWJazz Magazin von SWR2 regelmäßig präsentiert. Wie immer erwarten Sie in dieser Sendung Informationen über bevorstehende Events, Rezensionen über Festivals, Buchbesprechungen und jede Menge brandneuer CDs
Freitag, 7. Oktober, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: On The Edge (8)
Auf sich geworfen oder im Großen Ganzen
Solo und Großensembles in der improvisierten Musik
Von Nina Polaschegg
Freie Improvisation ist musikalische Interaktion in Echtzeit. Die Analyse des Gehörten und die Reaktion darauf finden in Sekundenbruchteilen statt, wenn auch zeitbedingt nicht immer bewusst. Musikalische Kommunikation wird Improvisation oft auch genannt. Doch was passiert, wenn keiner da ist? Kein Gegenüber mitimprovisiert? Wenn man alleine auf der Bühne steht - oder im Proberaum - und improvisiert? Oder aber wenn viele Improvisierende gemeinsam agieren? Ändert sich dann die Musik? Worin unterscheidet sich das unbegleitete solistische Improvisieren vom Improvisieren in Kleingruppen? Worin das Spiel in Großensembles und Improvisationsorchestern?
Samstag, 8. Oktober, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Das freundliche Groove-Monster
Der überraschende Erfolg des Fusion-Orchesters Snarky Puppy
Von Odilo Clausnitzer
Noch vor wenigen Jahren war das Kollektiv Snarky Puppy nur Insidern bekannt. Heute gilt die Band als einer der heißesten internationalen Acts zwischen Jazz, Rock und Funk. 2004 wurde Snarky Puppy von dem Bassisten Michael League in Texas als loser Pool aus etwa 40 spielfreudigen Profis der Studioszene gegründet. Typisch für die Band ist eine improvisationslastige Groove-Musik in weit angelegten Formen. Für die Kompositionen und Arrangements zeichnet größtenteils League verantwortlich. Die Mechanismen der Musikindustrie umging Snarky Puppy bewusst durch Selbstveröffentlichung und -vermarktung der eigenen Aufnahmen. Inzwischen kann das Großensemble zwei Grammys vorweisen und führt als "Band des Jahres" die Leserumfragen in Fachmagazinen an.
Dienstag, 11. Oktober, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Aus dem Archiv
Bitte rauchen Sie nicht mehr!
Joachim-Ernst Berendt präsentiert 1954 zum ersten Mal Jazz bei den Donaueschinger Musiktagen
Am Mikrofon: Julia Neupert
Nicht Milhaud, Strawinsky, nicht Cage: Der Schweizer Komponist Rolf Liebermann war der Star der "Donaueschinger Musiktage für zeitgenössische Tonkunst" 1954! Sein "Concerto for Jazzband and Orchestra" wurde damals als "Schlager" des Festivals gefeiert, uraufgeführt zusammen vom Orchester Kurt Edelhagen und dem Südwestfunkorchester unter der Leitung von Hans Rosbaud. War das der lang ersehnte Ritterschlag für den Jazz aus den Reihen der Neuen Musik? Der damalige Jazzredakteur des SWF, Joachim-Ernst Berendt, sah es so und organisierte zur Feier dieses Ereignisses im Anschluss an die Musiktage noch eine Jazztime in Donaueschingen. In dieser Sendung stellen wir Archiv-Aufnahmen von diesen beiden Konzerten und dazu noch Eindrücke vom ebenfalls swingenden fürstlichen Empfang im Schloss vor.
Donnerstag, 13.Oktober, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: So viele Facetten!
Jazz in Israel
Von Tinka Koch
Jazz aus Israel boomt. Erstaunlich viele international erfolgreiche Musikerinnen und Musiker kommen aus dem Land im Nahen Osten. Seit Jahren prägen israelische Improvisatoren wie die Klarinettistin Anat Cohen oder der Kontrabassist Omer Avital den zeitgenössischen Jazz mit. Wie ist dieser Erfolg zu erklären? Was macht den Middle Eastern Jazz so besonders? Wie funktioniert die Jazzszene in Israel? Und mit welchen Problemen hat sie zu kämpfen? In dieser Sendung streifen wir durch Jazzclubs in Tel Aviv und Jerusalem, treffen Journalisten und Clubbetreiber. Vor allem aber lassen wir die israelischen Musikerinnen und Musiker zu Wort kommen und stellen ihre originellen und kreativen Sounds vor.
Freitag, 14. Oktober, 23.30 – 24.00 Uhr
NOWJazz Update: Szene Korea
Zwischen Noise, Free Jazz und der Suche nach den eigenen musikalischen Wurzeln
Von Nina Polaschegg
Freie Improvisation aus Südkorea, Spielorte für Experimentelles? Selten hört man davon und groß kann man die Szene dort wahrlich nicht bezeichnen. Doch es gibt sie, Free Jazzer*nnen und Improvisierende, die sich dem freiem Spiel und der Klangforschung zuwenden. Vereinzelt und doch zum Teil in kleinen Gruppen schließen sie sich zusammen, die Musikerinnen und Musiker, die jenseits aller verkaufsträchtigen Publikumswirksamkeit und staatlich geförderter Prestige-Klassik verschiedene Ausdrucksweise freien Spiels erproben und dabei zum Teil auch ihre eigenen, Jahrhunderte alten Musiktraditionen integrieren.
Samstag, 15. Oktober, 20.03 – 22.30 Uhr
Donaueschinger Musiktage – Live
NOWJazz Session
Mit dem Okkyung Lee Septet und dem Duo Fred van Hove / Els Vandeweyer
Am Mikrofon: Julia Neupert
Ein belgisches Duo und ein interkontinental besetztes Septett werden die beiden Sets der diesjährigen NOWJazz Session bei den Donaueschinger Musiktagen bestreiten. Die Zusammenarbeit des mittlerweile legendären Pianisten Fred van Hove mit der 45 Jahre jüngeren Vibraphonistin Els Vandeweyer ist ein spannendes Generationenprojekt auf dem Experimentierfeld Free Jazz, zeitgenössisch komponierte Musik und Improvisation. Danach stellt die in New York lebende Cellistin Okkyung Lee ein neues Projekt vor. "Cheol-Kkot-Sae" (Steel Flower Bird) ist als Kompositionsauftrag des SWR entstanden - eine Arbeit, in der Lee ihre südkoreanischen Wurzeln mit ihrem künstlerischen Interesse an Noise, freier Improvisation, erweiterten Spieltechniken, Jazz und klassischer Musik verbindet. Für ihr Ensemble hat Okkyung Lee mit der Pansori-Sängerin Song Hee Kwon und dem Perkussionisten Jae Hyo Chang zwei südkoreanische Musiker*innen eingeladen, die britischen Improvisatoren John Butcher (Saxofone), John Edwards (Bass), den norwegischen Elektroniker Lasse Marhaug und den amerikanischen Schlagzeuger Ches Smith.
Sonntag, 16. Oktober, 21.25 – 23.00 Uhr
Geschichte eines Jazz-Standards (6)
Autumn Leaves
Von Hans-Jürgen Schaal
Das Stück "Autumn Leaves" ist nicht nur einer der beliebtesten Jazzstandards - es verkörpert transkontinentale Zeitgeschichte. Alles begann mit einem Gedicht des französischen Surrealisten Jacques Prévert. Da sich sein Text zum Chanson eignete, bat Prévert seinen Freund Jószef Kozma um eine Vertonung. Kozma war Ungar, hatte in Berlin mit Brecht gearbeitet und war 1933 nach Paris emigriert. Seine Melodie lehnte er an ungarische und russische Weisen an. Große Chansonkünstler wie Yves Montand, Edith Piaf oder Juliette Gréco haben "Les feuilles mortes" bekannt gemacht. 1949 schrieb der amerikanische Sänger, Texter und Komponist Johnny Mercer englische Lyrics für den Song und ebnete dem Chanson damit eine Jazzkarriere. Nicht nur von Sängern wie Bing Crosby, Nat King Cole und Frank Sinatra, sondern auch von unzähligen Jazz-Instrumentalisten wurde "Autumn Leaves" aufgegriffen. Cannonball Adderley und Miles Davis schufen 1958 eine der prägendsten Modern-Jazz-Versionen.
Dienstag, 18. Oktober, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: What’s Happening?
Carla Bley „Trios“ feat. Andy Sheppard und Steve Swallow beim Tampere Jazz Happening 2015
Am Mikrofon: Harry Lachner
Seit Anfang der neunziger Jahre konzentriert sich die Pianistin Carla Bley neben der Arbeit mit großen Ensembles auf das kleine Format. Zunächst auf Duette mit dem Bassisten Steve Swallow, danach auf das Trio mit Swallow und dem Saxofonisten Andy Sheppard. Mit dieser Trio-Formation hat sich Bley über die Jahre eine Spielweise angeeignet, die das Intime mit dem subtil Ironischen verbindet. Anfangs empfand sie es als große Herausforderung, weil sie sich bis dahin eher als Komponistin und Arrangeurin begriffen hatte und weniger als Pianistin, die - wie sie einmal sagte - "niemals Oscar Peterdaughter" werden würde. Ihre Trio-Konzerte zeigen - und dafür ist ihr Auftritt beim Tampere Jazz Happening 2015 ein typisches Beispiel - dass es im Jazz nicht um Hochgeschwindigkeits-Artistik geht, sondern um das kluge Spiel mit Formen, um die Gestaltung logischer Kompositionen - und nicht zuletzt um die einfühlsame, gegenseitig respektvolle Interaktion zwischen den Musikern.
Donnerstag, 20. Oktober, 23.38 – 00.35 Uhr
NOWJazz: Poetisches Leuchten im Dunkeln
Die Gewinnerin des SWR-Jazzpreises 2016 Julia Hülsmann
Von Günther Huesmann
Klavier, Klang, Poesie- und trotzdem eine knisternde rhythmische Spannung. Julia Hülsmann ist eine Meisterin des Sensitiven. Auf spannende Weise baut sie in ihrer Musik Brücken zur Welt der Lyrik und des Gesangs. Eines ihrer Markenzeichen: feinfühlig transponiert sie Texte und Gedichte von E.E. Cummings, Emily Dickensen, William Shakespeare u.a. ins Feld der improvisierten Musik. Aber auch als Pianistin mit ihrem Trio weist die Gewinnerin des SWR-Jazzpreises 2016 dem Euro-Jazz neue Wege. Wir sprechen in dieser Sendung mit der in Berlin lebenden Pianistin und Komponisten und stellen ihre faszinierenden Sounds vor.
Freitag, 21. Oktober, 23.15– 00.12 Uhr
NOWJazz Session: What’s Happening?
Maria Fausts Sacrum Facere und Susanna Santos Silvas Life and Other Transient Storms beim Tampere Jazz Happening 2015
Am Mikrofon: Thomas Loewner
Der letzte Festivaltag des Jazz Happening 2015 im finnischen Tampere begann mit einer Weltpremiere: Susana Santos Silva, Trompeterin und Flügelhornistin aus Portugal, präsentierte ihr Ensemble Life And Other Transient Storms, ein Aufeinandertreffen der Szenen Süd- und Nordeuropas. Die Mitglieder ihres Quintetts sind die dänische Saxofonistin Lotte Anker und die drei Schweden Sten Sandell, Piano; Kontrabassist Torbjörn Zetterberg und Jon Fält am Schlagzeug. Santos Silva, zunächst klassisch ausgebildet, hat sich binnen kurzer Zeit in die erste Liga der europäischen Improvisationsszene gespielt und überzeugt mit viel Gefühl für feine Zwischentöne. Die traditionelle Musik Estlands bildet die Basis der Saxofonistin und Sängerin Maria Faust. In ihrem Projekt Sacrum Facere, dem zweiten Konzert des Abends, verbinden sie und ihr Oktett diese Einflüsse mit freier Improvisation zu einer Musik voller Abwechslungsreichtum und überraschender Momente.
Samstag, 22. Oktober, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Das magische Dreieck
Saxofon-Trios von Coleman Hawkins bis Melissa Aldana
Von Gerd Filtgen
Mit einem fantastischen Auftritt im New Yorker Club Village Vanguard bereicherte Sonny Rollins im November des Jahres 1957 die Jazz-Historie um ein weiteres Kapitel. Seitdem gilt im Modern Jazz die damals von ihm gewählte Saxofon-Bass-Drum Besetzung als eine Königsdisziplin. In diesem transparenten musikalischen Kontext ist jeder Mitwirkende gefordert. Auch im zeitgenössischen Jazz finden sich dazu überzeugende Beispiele, wie die spannenden Sessions von Donald Harrison, J. D. Allen, Melissa Aldana u. a. nachdrücklich demonstrieren. Aber auch ein Blick in die Jazz-Vergangenheit führt zu überraschenden Erlebnissen: Von Coleman Hawkins und Lester Young gibt es ebenfalls reizvolle Saxofon-Trio Aufzeichnungen. Jedoch vertrauten die Swing-Giganten anstelle eines Bassisten lieber auf einen Pianisten.
Dienstag, 25.Oktober, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Anniversaire!
Höhepunkte vom 10. Jazzdor Strasbourg - Berlin u.a. mit Le Bal des Faux Fréres feat. Marc Ducret, dem Trio Un Poco Loco und dem Duo Joachim Kühn / Emile Parisien
Am Mikrofon: Tobias Richtsteig
Es gab Grund zum Feiern: im Juni ging das Jazzdor-Festival Strasbourg-Berlin, jener junge Ableger des traditionsreichen französischen Festivals für den experimentierfreudigen Jazz, in der deutschen Hauptstadt zum zehnten Mal über die Bühne. Doch Philippe Ochem, der stolze Gründer und Leiter des JazzDor, sah darin keinen Anlass für ein spezielles Gala-Programm. Schließlich versprechen die Leitlinien seiner Programmplanung ohnehin schon Außergewöhnliches: Grenzen überschreitende deutsch-französische Begegnungen etwa wie Dejan Terzics Quartett Axiom mit Chris Speed, Matt Penman und dem Pariser Pianisten Bojan Z. Oder das Duo von Joachim Kühn (72) und Emile Parisien (33), der sich musikalisch als Sohn des Vorgenannten begreift. Das Trio Un Poco Loco nahm sich mit Posaune, Klarinette und Bass nicht nur die Meisterwerke des Bebop vor, sondern brachte auch Leonard Bernsteins "West Side Story" auf die Bühne. Und der Avantgarde-Gitarrist Marc Ducret traf mit Frederic Gastard (Bass-Saxofon), Matthias Mahler (Posaune) und Sylvain Bardiau (Trompete) drei Brüder im Geiste. Gemeinsam brachten sie die Bal de Faux Freres in Berlin zum Tanzen. Nach der Jubiläumsfeier ist vor dem Festival: am 4. November beginnt das Jazzdor-Festival an seinem angestammten Platz in Strasbourg.
Donnerstag, 27. Oktober, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Nordic Sources
Der norwegische Saxofonist Trygve Seim
Von Bert Noglik
Er zählt zu den starken und charaktervollen Stimmen im skandinavischen Jazz: der 1971 in Oslo geborene Trygve Seim. Beeindruckt und inspiriert von Musikern wie Jan Garbarek und Edward Vesala wird der Saxofonist, der seine Laufbahn Anfang der neunziger Jahre begann, zur "zweiten Generation" im neuen norwegischen Jazz gerechnet. Zu den markanten Elementen seines Stils zählen differenzierte Auslotungen des Klangfarbenreichtums akustischer Bläserensembles, Kombinationen von Bläsern mit Akkordeon, Streichern und Gesangsstimmen, sowie die nahtlose Verknüpfung von Kompositionen mit Momenten freien Gestaltens. Trygve Seim ist mit seinem aktuellen Album "Rumi Songs" wie auch als Sideman bei Platteneinspielungen mit Mats Eilertsen, Sinikka Langeland und Iro Haarla gegenwärtig auf der nordischen Szene außerordentlich präsent.
Freitag, 28. Oktober, 23.30 – 24.00 Uhr
NOWJazz Update: Boxenstopp 2
Hayden Chisholms „Cusp of Oblivion
Von Thomas Loewner
Er hat es wieder getan: Altsaxofonist Hayden Chisholm, SWR Jazzpreisträger des Jahres 2013, hat nur drei Jahre nach Veröffentlichung seiner opulenten CD-Box "13 Views Of The Heart's Cargo" ein weiteres Paket nachgelegt: "Cusp Of Oblivion", erneut 13 CDs, aufgenommen überwiegend im Jahr 2015. Wie schon bei "13 Views..." präsentiert sich Chisholm hierauf solo und mit unterschiedlich besetzten Ensembles, von Duo- und Triobesetzungen bis hin zu einer Aufnahme mit der Lucerne Big Band - übrigens seiner zweiten Zusammenarbeit mit diesem Ensemble. Auch in letzterem Fall beweist Chisholm, dass er sich immer wieder selbst herausfordert: während er beim ersten Big Band-Projekt noch mit Mikrotonalität, experimenteller Notation und erweiterten Instrumentaltechniken experimentierte, komponierte und arrangierte er für die aktuelle Aufnahme Songs in klassischer Swing-Tradition.
Samstag, 29. Oktober, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Farbenreich
Der amerikanische Gitarrist Julian Lage
Von Ssirus W. Pakzad
Weil Julian Lage als Wunderkind galt, drehte Mark Walker 1996 den später für einen Oscar nominierten Dokumentarfilm "Jules at Eight" über den damals 8jährigen Gitarristen. Für Furore sorgte der in Kalifornien aufgewachsene Lage auch als Teenager, als er mit Gleichaltrigen bei der Grammy-Verleihung auftrat. Heute nimmt die Jazzszene den inzwischen 28jährigen als einen der originellsten Stilisten auf seinem Instrument wahr. Lage kombiniert in seiner Musik Jazz, Klassik, Weltmusik, Bluegrass oder Folk und schaffte es, aus diesen grundverschiedenen Elementen einen eigenen Sound zu kreieren. Wenn er nicht mit Solo-Projekten unterwegs ist, spielt er im Quartett des legendären Vibrafonisten Gary Burton oder pflegt Duos mit Kollegen wie dem Gitarristen Nels Cline.
Fast alle Jazz-Sendungen von SWR2 können Sie als Audio on Demand im Internet 7 Tage online nachhören. Auf www.swr2.de/jazz finden Sie auch Musiklisten und weitere Informationen zum Programm.
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