SWR 2 - Jazzprogramm September 2013
04.08.2013 19:34 von jazz (Kommentare: 0)

SWR 2 Jazzprogramm
September 2013
Sonntag, 1. September, 0.05 – 06.00 Uhr
Die Lange-John-Zorn-Nacht
Am Mikrophon: Julia Neupert
John Zorn, eine der bemerkenswertesten und schillerndsten Musikerpersönlichkeiten der Gegenwart, feiert am 2. September seinen 60. Geburtstag. Die Extra-Sendung setzt sich ebenso unterhaltsam wie kritisch-informativ mit dem Werk des New Yorker Jazz-Komponisten, Altsaxophonisten, Bandleaders und Labelchefs auseinander. Zorns Anliegen ist es, dem Publikum das neugierige Hören über Gattungsgrenzen hinweg nahezubringen. Dies spiegelt sich eindrucksvoll in seinem Werk wider, das durch die Verarbeitung zahlreicher musikalischer Stile charakterisiert ist. Was aber ist das Verbindende zwischen all den verschiedenen Facetten, die sein Werk prägen? Was fasziniert andere Musiker am Werk des Szene-Musikers? Und schließlich: In welche Richtung entwickelt sich John Zorn weiter? Fragen, denen die Autoren verschiedener Features in der „Langen John-Zorn-Nacht“ nachgehen. Detailliertes Programm siehe Einlegeblatt.
Montag, 2. September, 23.30 – 24.00 Uhr
Von draußen betrachtet
Die German Jazz Expo auf der jazzahead! in Bremen
Von Martin Laurentius
Zum zweiten Mal fand 2013 auf der jazzahead!, dem frühjährlichen internationalen Treffpunkt für Jazz und improvisierte Musik in Bremen, die German Jazz Expo statt. Mit diesem Modul wollen die Veranstalter anknüpfen an das überaus erfolgreiche Vorgängermodell, dem German Jazz Meeting. Zehn Acts aus Deutschland wurden von einer Jury ausgewählt, unter anderem das Zodiak Trio um den Trompeter John-Dennis Renken, The Clarinet Trio mit dem Klarinettisten Gebhard Ullmann und das Quintett Underkarl um den Bassisten Sebastian Gramss. In rund 30-minütigen Showcase-Konzerten konnten sich die Bands einem internationalen Fachpublikum aus Veranstaltern und Journalisten präsentieren.
Sonntag, 1. September, 19.15 -20.00 Uhr (nach dem Hörspiel)
Our Kind Of Jazz: Der britische Orchesterchef Ted Heath
Von Gerd Filtgen
Kein britischer Bandleader überwand derart gekonnt den Spagat zwischen populären Klängen und Jazz wie der Posaunist Ted Heath. Seine Lehrjahre absolvierte er bei den Spezialisten der leichten Muse, Jack Hylton, Ambrose und Geraldo. Den guten Tipp, es doch mal mit einer eigenen Big Band zu versuchen, erhielt Heath von seinem berühmten amerikanischen Kollegen Glenn Miller. Mit regelmäßigen Rundfunksendungen, Sonntagskonzerten im Londoner Palladium und einem Programm, das von Swing bis zu gehobener Unterhaltungsmusik reichte, eroberte Heath – auch dank seiner ausgezeichneten Arrangeure – den Sprung an die Spitze angesagter Orchester.
Dienstag, 3. September, 23.30 – 24.00 Uhr
Anything Goes?
Postmoderne in der (frei) improvisierten und experimentellen Musik
Von Nina Polaschegg
Freiheit als Historie? Der Free Jazz Amerikas und die zeitgenössische komponierte Musik Europas gelten als zwei Hauptquellen, aus denen sich seit den 1960er Jahren die Musik entwickelte, die fortan unter dem Label freie Improvisation firmieren sollte. Ein halbes Jahrhundert später ist sie zwar selbst schon historisch geworden, aber immer noch eine lebendige Musik, deren ästhetische Ausprägungen im Rahmen einer allgemeinen Kunstentwicklung beschreibbar sind. Von radikalen Positionen Ende der 1990er Jahre haben sich im vergangenen Jahrzehnt diverse Varianten freier Improvisation im Spannungsfeld von Experiment, Elektronik, Jazz, neuer Musik, Rock etc. ausdifferenziert. Oft in Rückbezug auf einst Verdrängtes in nun neuem Gewand lässt eine solche Verästelung die Frage zu, ob die freie Improvisation des 21. Jahrhunderts nun in der Postmoderne angekommen sei oder ob doch nur schlicht ein „anything goes“ den Spielplatz der MusikerInnen bestimmt.
Mittwoch, 4. September, 23.30 – 24.00 Uhr
New On Board
Aktuelle Jazz-Alben
Von Karsten Mützelfeldt
„File Under Jazz“ – mit diesem Hinweis versehen einige Plattenlabels vorsichtshalber ihre Neuveröffentlichungen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt in den CD-Verkaufs-Regalen. Was dann dort tatsächlich alles unter „Jazz“ einsortiert wird, ist natürlich immer noch extrem breit gefächert: nicht nur stilistisch, sondern auch qualitativ. Selbst für interessierte Jazzkenner kann es da schwer sein, sich zu orientieren. Immer mittwochs präsentieren deshalb die ModeratorInnen von New On Board die aktuell wirklich wichtigen, spannenden, bemerkenswerten Neuerscheinungen des Jazz.
Donnerstag, 5. September, 23.30 – 24.00 Uhr
Frankreichs Next Top Jazzer
Das aktuelle Orchestre National de Jazz (ONJ)
Von Thomas Loewner
Das Orchestre National de Jazz ist seit seiner Gründung im Jahr 1986 eine der wichtigsten Talentschmieden des französischen Jazz. Alle drei Jahre wird ein künstlerischer Leiter gewählt, der dann eine Band aus den besten jungen Musikern zusammenstellt und mit ihnen Programme erarbeitet. Aktuell leitet der Bassist und Produzent Daniel Yvinec das ONJ. Anders als seine Vorgänger versteht er sich mehr als „spiritus rector“ des Ensembles, als Ideengeber im Hintergrund. Für das Projekt „Shut up and dance“ engagierte er etwa den amerikanischen Schlagzeuger John Hollenbeck, für das ONJ zu komponieren. Einzige Vorgabe Yvinecs: Der gesamte Prozess sollte in enger Zusammenarbeit mit den ONJ-Musikern erfolgen, um ihre individuellen Stärken bestmöglich zu berücksichtigen. Das Ergebnis dieses und anderer Projekte der letzten drei Jahre zeigt, dass Daniel Yvinecs Konzept aufgegangen ist: Selten war das ONJ besser als in seiner aktuellen Besetzung.
Freitag, 6. September, 23.30 – 24.00 Uhr
My Goals Beyond
John McLaughlin solo bei den Olympischen Spielen München 1972
Von Günther Huesmann
Größer hätte der Gegensatz kaum sein können: Nur einige Tage zuvor hatte John McLaughlin das Festival im Rahmenprogramm zu den Olympischen Spielen 1972 in München mit den brodelnden elektrischen Jazz-Rock-Klängen seines Mahavishnu Orchestra gestürmt. Da erschien er wenig später am selben Ort – ganz allein, nur mit einer akustischen Gitarre in den Händen. In einer Konzertaufnahme des ehemaligen Südwestfunks trat McLaughlin eine fesselnde meditative Reise ins Innere an, die beides reflektierte: seine Liebe zur indischen Musik genauso wie seine Liebe für das akustische Instrument.
Samstag, 7. September, 9.05 – 10.00 Uhr
SWR2 Musikstunde: Jazz Across The Border (9)
Von Günther Huesmann
Die letzten Jahre haben gezeigt: Das Stildelta des Jazz ist immer breiter und tiefer geworden. Längst sind es nicht mehr nur Improvisatoren aus dem Mutterland des Jazz, den USA, sind es nicht mehr Musiker nur aus Europa, welche die improvisierte Musik prägen. Zunehmend spielen auch Improvisatoren aus Lateinamerika, Asien und Afrika eine wichtige Rolle. Welche musikalischen Antworten geben sie? Wie sehen ihre Beiträge aus? Ein Blick weit über die Tellerränder der Gattungen und Stile hinweg.
Dienstag, 10. September, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Ausgezeichnet!
Alexander „Sandi“ Kuhn und Johannes Lauer im Theaterhaus Stuttgart zur Verleihung des Jazzpreises Baden-Württemberg 2013
Am Mikrophon: Günther Huesmann
Wie lebendig und vielfältig die junge deutsche Jazzszene ist, bewiesen drei Bands beim Konzert zur Verleihung des Jazzpreises Baden-Württemberg 2013. Der Tenorsaxophonist Alexander „Sandi“ Kuhn, Gewinner des Jazzpreises Baden-Württemberg 2013, präsentierte sich im Stuttgarter Theaterhaus mit seinem Sextett in prallen, melodiensatten Eigenkompositionen voll ungewöhnlicher, raffinierter Harmonisierungen. Was man umgekehrt erreichen kann, wenn man ganz bewusst auf ein Akkordinstrument verzichtet, unterstrich der zweite Preisträger, der Posaunist und Bandleader Johannes Lauer, mit seinem Trio und seinem Quartett mit der Cajon-Spielerin Laura Nobles.
Donnerstag, 12. September, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz Magazin
Von Harry Lachner
Neues aus der Welt des Jazz wird im NOWJazz Magazin von SWR2 regelmäßig präsentiert. Wie immer erwarten Sie in dieser Sendung Informationen über bevorstehende Events, Rezensionen über Festivals und jede Menge brandneuer CDs. In unserer September-Ausgabe berichtet Nina Polaschegg vom diesjährigen Jazzfestival Saalfelden und Günther Huesmann kommentiert die aktuellen Pläne der baden-württembergischen Landesregierung zu einer Strukturreform der hiesigen Musikhochschulen.
Freitag, 13. September, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Low Pitch – High Energy
Der Bassist Pascal Niggenkemper
Von Julia Neupert
Am Bodensee ist er aufgewachsen, in Köln hat er studiert, sein momentaner Lebensmittelpunkt ist New York – eine Stadt, deren kreative Vitalität den 1978 geborenen Bassisten schon immer fasziniert hat. Für Pascal Niggenkemper sind Intensität, Energie, Impulsivität ganz offensichtlich auch wichtige musikalische Aspekte. Als Co- und Bandleader verschiedener Formationen wie dem Trio „baloni“, dem Duo „PascAli“ oder dem Septett „vision 7“ ist er in den letzten Jahren außerdem als ein verwegener Konzeptualist und origineller Komponist aufgefallen.
Samstag, 14. September, 22.03 – 24.00 Uhr
Jazztime: About Time
Erinnerungen an den (fast) vergessenen Altsaxophonisten Eric Kloss
Von Bert Noglik
Er galt als jazzmusikalisches Wunderkind: der 1949 in Pittsburgh geborene Eric Kloss. Blind zur Welt gekommen, entwickelte er eine besondere Sensibilität für die Phänomene des Klingenden und eine spezielle Affinität für den Jazz. Bereits mit sechzehn Jahren nahm er sein erstes Album auf: „Introducing Eric Kloss“, gefolgt von „Love and all that Jazz“. Früh vollendet, fand er im Verein mit exzellenten Orgel-Trios zu einer individuellen Klangsprache auf dem Weg vom Hard Bop zu Funk und Soul Jazz. Rund anderthalb Jahrzehnte währte die musikalische Karriere von Eric Kloss, der sich ab Anfang der 1980er Jahre der Lehrtätigkeit zuwandte und schließlich, schwer erkrankt, gänzlich von der Szene zurückzog.
Dienstag, 17. September, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Ein progressiver Traditionalist
Der Pianist Matthew Shipp mit seinem Trio beim London Jazz Festival 2012
Am Mikrophon: Thomas Loewner
Nachdem Matthew Shipp Mitte der 1980er Jahre nach New York gekommen war, hatte sich der Pianist schnell in der dortigen Avantgarde-Szene etablieren können. Bekannt wurde er zunächst als Mitglied des David S. Ware Quartetts, später leitete er diverse eigene Bands. Shipp ist ein Musiker mit weitem musikalischen Horizont: Einerseits fest verankert in der Free Jazz-Tradition, ist er auch Hip Hop und elektronischer Musik gegenüber sehr aufgeschlossen. Eine von Shipps aktuellen Bands ist rein formal betrachtet ein klassisches Jazz-Piano-Trio. Gemeinsam mit Michael Bisio am Kontrabass und dem Schlagzeuger Whit Dickey gastierte er beim London Jazz Festival 2012. Während des knapp einstündigen Sets im Jazz-Club Vortex zogen die drei alle Register ihres Könnens, gespickt mit zahlreichen Anspielungen: Der wuchtige Anschlag im Stile Cecil Taylors oder die schrägen Harmonien Thelonious Monks trafen auf hypnotische Grooves und heftig swingende Passagen.
Donnerstag, 19. September, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Ascension, Avantgarde, Afrika
Der Saxophonist Pharoah Sanders
Von Bert Noglik
Pharoah Sanders zählt zu den letzten großen Gestalten aus der Coltrane-Ära. Der 1940 in Little Rock, Arkansas, Geborene, begann mit Rhythm & Blues Bands, kam 1961 nach New York, wo er mit Sun Ra und Don Cherry spielte und schließlich an der Seite von John Coltrane zu jazzmusikalischer Prominenz aufstieg. Der Saxophonist folgte zunächst den Intentionen Coltranes in Richtung Free Jazz, steigerte sich zu hymnischer und von spiritueller Kraft beflügelter Expressivität und wandte sich dann immer stärker auch der Einbeziehung von afrikanischen Quellen in seine Musik zu. Auch wenn Pharoah Sanders mitunter als ein Wegbereiter des Ethno-Jazz beschrieben wird, erweisen sich seine unterschiedlichen Gruppenkonzepte und sein mehrstimmiges, melodisch weit verzweigten Spiel doch als viel zu originär, um ihm mit einem Stilbegriff gerecht werden zu können.
Freitag, 20. September, 23.30 – 24.00 Uhr
NOWJazz Update
Von Nina Polaschegg
Das NOWJazz Update ist zumindest einmal im Monat zumeist halbstündig auf der nächtlichen Freitagsschiene platziert und dient der Präsentation neuester Tendenzen der improvisierten Musik. Es erlaubt den Moderatoren, besonders wichtige Neuerscheinungen eingehender vorzustellen, als dies im NOWJazz Magazin möglich ist. Was gespielt wird, entscheiden die SWR2-Jazzautoren erst kurz vor dem Sendetermin.
Samstag, 21. September, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: New Vibes
Der neue Trend zum Vibraphon
Von Hans-Jürgen Schaal
Das Vibraphon ist ein eigenwilliges Instrument – nicht Klavier, nicht Schlagzeug. Und doch kann es harmonisch komplex agieren und rhythmisch perkussiv. Es kann stimmliche Wärme vermitteln oder elektrische Kälte. Es kann melodischen Ausdruck transportieren oder abstrakte Struktur. Wenn nicht alles täuscht, erlebt das Vibraphon gerade ein neues Hoch: Etliche junge Musiker – gerade hierzulande – haben sich diesem Instrument wieder zugewandt und erforschen auf ihre Weise seine Möglichkeiten. Die heutigen Erben eines Milt Jackson, Lionel Hampton oder Red Norvo entdecken dabei faszinierende neue Klang- und Aktionswelten für das Vibraphon.
Dienstag, 24. September, 21.03 – 22.00 Uhr
SWR2 Jazz Session: Ear We Are!
Eindrücke von der diesjährigen Ausgabe des Festivals für improvisierte Musik in Biel mit Okkyung Lee, Marc Ribot’s Ceramic Dog und Roman Nowka
Am Mikrophon: Julia Neupert
Das Neue erforschen und das scheinbar Bekannte neuentdecken: Das sind die einzigen Vorgaben, nach denen die Macher von „Ear We Are“ seit 1999 alle zwei Jahre ihr Programm gestalten. Dementsprechend unterschiedliche künstlerische Positionen waren also auch bei der achten Ausgabe dieses Festivals für improvisierte Musik zu erleben. Von Chanson über Hip-Hop, Noise und Free Jazz bis hin zu zeitgenössischen elektronischen Experimenten reichte die Spannweite der drei Konzertabende in der denkmalgeschützten Bieler Juragarage. So waren am Samstag, dem 9. Februar 2013 die Cellistin Okkyung Lee genauso wie Marc Ribot’s Ceramic Dog, das Duo Keith Rowe/John Tilbury und der Gitarrist Roman Nowka zu Gast.
Donnerstag, 26. September, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Ich bin Viele!
Multiple Saxophon-Aufnahmen mit Peter Bolte, Julian Argüelles, Marius Neset und anderen
Von Odilo Clausnitzer
Mitte des letzten Jahrhunderts revolutionierte die Mehrspurtechnik die Arbeit in den Tonstudios. Nun konnte nacheinander das aufgenommen werden, was später auf LP gleichzeitig erklang. Von Anfang an nutzten Musiker und besonders Saxophonisten dieses sogenannte „Overdubverfahren“, um sich selbst akustisch zu multiplizieren. Bereits in den 1970er Jahren veröffentlichte der Brite John Surman sein erstes von insgesamt sieben Solo-Mehrspuralben. Er koppelte dabei seine Saxophonstimmen gelegentlich mit Synthesizerspuren. Der Hamburger Peter Bolte hat auf mehreren CDs in akribischer Arbeit einen ganz eigenen Klangkosmos nur aus Holzbläsersounds erschaffen. Nicht nur Harmonien und Melodien, sondern auch Rhythmen erzeugt der Brite Julian Argüelles per Saxophon-Overdub auf seiner Platte „Inner Voices“.
Freitag, 27. September, 23.03 – 24.00 Uhr
NOWJazz: Allgegenwärtig
Der amerikanische Gitarrist Nels Cline
Von Harry Lachner
Seit mehr als dreißig Jahren begegnet man Nels Cline auf Alben von Musikern, die mal dem gemäßigt modernen Jazz nahestehen, die sich dem Experiment der freien Improvisation verschrieben haben, die sich streng an ausgetüftelte Kompositionen halten – oder die neue Wege zwischen Folk und Rock suchen. Dass seine Discographie dabei mittlerweile auf über 70 Produktionen angewachsen ist, kann nur eines bedeuten: Er macht alles richtig. In jedem Kontext. Er, der im wahrsten Sinn des Wortes „stil-voll“ ist, ein Klangphantast, dessen Gesamtheit an eigenen Arbeiten zeigt, wie selbstverständlich er die Sprache der Rockmusik ebenso beherrscht wie die jene der Jazztradition. So hat beispielsweise eine Hommage an Jim Hall bei Nels Cline dieselbe Überzeugungskraft wie eine an den Sonic Youth-Gitarristen Thurston Moore.
Samstag, 28. September, 22.03 – 23.00 Uhr
Jazztime: Der Gipfelstürmer
Der amerikanische Trompeter Freddie Hubbard
Von Gerd Filtgen
Als der Trompeter Freddie Hubbard 1960 mit „Open Sesam“ ein überzeugendes Debütalbum vorlegte, war die Parallele zu den musikalischen Biographien von Clifford Brown und Lee Morgan unverkennbar. Schon als Zwanzigjähriger überzeugte Hubbard – ähnlich wie die berühmten Vorgänger – mit virtuoser Spielweise und fantasievoller Improvisations-Dramaturgie. Sein harmonisches, melodisches und rhythmisches Feeling war so ausgereift, dass er in der Folgezeit als Sideman auf legendären, zwischen Hardbop und Free changierenden Sessions von Jazz-Giganten mitwirkte und mit vielen eigenen Projekten seinen Ruf als stilbildender Trompeter bekräftigte.
Weitere Informationen finden Sie im Internet:
www.swr2.de/jazz



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