UNMENSCHLICHE MUSIK - Kompositionen von Maschinen, Tieren und Zufällen, 21. – 24.02. 2013 im Haus der Kulturen der Welt
16.11.2012 17:33 von jazz (Kommentare: 0)

Können nur Menschen Musik schaffen? Singen nicht auch Vögel und Wale? Was bleibt von der heiligsten und intimsten Kunstform, wenn Software Kompositionen kreiert, die man von den Werken der großen Meister nicht unterscheiden kann? Im Menschen-Zeitalter wirft das Haus der Kulturen der Welt einen Blick darüber hinaus und präsentiert Kompositionen von Maschinen, Tieren und Zufällen. Unmenschliche Musik ermöglicht vom 21. bis zum 24. Februar 2013 im HKW in Berlin innovative Zugänge zu aktuellen Themen, etwa zu Kreativität und geistigem Eigentum, zu künstlicher Intelligenz und Zufallsverfahren, zu Geräuschkunst und anderen Ausdrucksformen der Avantgarde.
Tribute to Sun Ra
Jerry Dammers, Gründer der Ska-Band The Specials und Autor von „Free Nelson Mandela“, stellt erstmals in Deutschland sein aktuelles Projekt vor: 30 Top-Musiker des britischen Jazz, „The Spatial A.K.A Orchestra“, huldigen in futuristischen Gewändern einen ganzen Abend lang der 1993 verstorbenen, exzentrischen Musiker-Legende Sun Ra, der nach eigener Auskunft auf dem Saturn geboren wurde. Mit dessen Cosmic Jazz und dem Mantra „Space Is The Place“ werden Dammers und seine Besatzung in einem fulminanten Abschlusskonzert (24.2., 20 Uhr) das Raumschiff HKW abheben lassen.
Klingonen-Oper
Eine weitere Berlin-Premiere ist die Aufführung der Oper „u“. Bisher ist nur leidenschaftlichen Star-Trek Fans bekannt, dass die Klingonen eine hochentwickelte Opern-Kultur besitzen und große Liebhaber dieser Kunstform sind. Floris Schönfeld und dem Klingon Terran Research Ensemble aus den Niederlanden ist es gelungen, erstmals auf Erden eine vollständige und authentische Klingonen-Oper auf klingonisch zu inszenieren. Wer passend kostümiert ins HKW kommt (22.2., 20 Uhr), braucht keinen Eintritt zu bezahlen.
Konzerte, Performances, Diskussionen, Filme, Gameshows
David Cope präsentiert seine Software, die neue Werke im Stil der großen abendländischen Komponisten schafft, und das Kammerensemble Neue Musik führt sie auf (“Der wohlprogrammierte Komponist. Neue Werke von Bach, Mozart, Mahler“, 21.2., 21.30 Uhr). David Rothenberg untersucht Animal Sounds und musiziert mit Grillen und größeren Tieren ("Bird Whale Bug: Music From Nature", 23.2., 15 Uhr). Ralf Hoyer setzt elektro-akustisches Feedback ein, das die Bewegungen von Fußball-Robotern in Sound umsetzt (“Mid Size Robo Soccer Music - Techunited vs. Carpe Noctem”, 21.2., 20.30 Uhr / 22. & 24.2., 19.30 Uhr / 23.2., 19.45 Uhr). Kolja Kugler zeigt seine Musikroboter Sir Elton Junk und Afreakin Bassplayer, Nicolas Bussmann erfindet eine Quiz-Show neu („Erkennen Sie die Melodie?“), Diskussionen und Gespräche ergänzen Performances und Konzerte von Alexander Hacke, Andrew Pekler, Lillevan, Nobukazu Takemura und anderen.
Das Anthropozän-Projekt
Unsere Vorstellung von der Natur ist überholt. Der Mensch macht die Natur. Er ist in sie eingebettet, nutzt und verändert sie. Das ist der Kern der Anthropozän-Theorie, der das Haus der Kulturen der Welt in Berlin eine Reihe von Kunst-, Musik- und Diskursveranstaltungen widmet. Unmenschliche Musik ist das erste von drei Themenwochenenden, die grundlegende Fragen nach der menschlichen Natur anhand von musikalischen Werken beispielhaft zu beantworten versuchen. Es folgen Böse Musik (24. – 27.10.2013) und Doofe Musik im Frühjahr 2014.
Unmenschliche Musik wird kuratiert von Detlef Diederichsen (Bereichsleiter Musik, HKW) und Holger Schulze (Gastprofessor für Sound Studies, Humboldt-Universität zu Berlin) im Rahmen des Anthopozän-Projekts.
In Kooperation mit: Berliner Gesellschaft für Neue Musik, Humboldt-Universität zu Berlin, Universität Kassel, Universität Eindhoven/TechUnited, Aquarium Berlin, Naturkundemuseum Berlin, Goethe-Institute Taschkent und Almaty, Deutschlandradio Kultur
Das Anthropozän-Projekt ist eine Initiative des Haus der Kulturen der Welt in Kooperation mit Max-Planck-Gesellschaft, Deutschem Museum, Rachel Carson Center for Environment and Society und Institute for Advanced Sustainability Studies, Potsdam.
Eintritt frei, mit Ausnahme der Konzerte im Auditorium: Jerry Dammers & The Spatial A.K.A Orchestra 18 Euro, ermäßigt 15 Euro, alle anderen 10 Euro, ermäßigt 8 Euro. Ticket-Hotline: 030-387 87 175



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