Worms: „Jazz & Joy“ vom 6. bis 8. Juli 2012

01.07.2012 21:18 von jazz (Kommentare: 0)

 

Einen bunten musikalischen Gemischtwarenhandel präsentiert das diesjährige Wormser Festival „Jazz & Joy“ oder, wie es der künstlerische Leiter des Festivals David Maier umreisst: "dass uns das sehr gut gelungen ist und wir für Jung und Alt etwas anbieten“. Das Jazz-Eröffnungskonzert bestreitet Dee Dee Bridgewater, die von den Veranstaltern kurzerhand - und vielleicht doch etwas bezweifelnswert - zur „Queen of Jazz“ geadelt wird. Zuletzt – auch bei Enjoy Jazz – noch mit ihrem Billie Holiday Programm zu hören, hat sie in Worms auch ihre aktuelle CD „Midnight Sun“ im musikalischen Gepäck – ein „Best of Album“ der 61-jährigen Sängerin.

 

Daniel Prandl - Foto Schindelbeck

 

Vor dem Auftritt darf als „Opener“ eine regionale Formation spielen,  die eigens für diesen Abend zusammengestellt wurde und auch mit einem für diesen Auftritt speziell zusammengestellten  Programm auftritt. Lokale Größen des Jazz, die selbstbewusst als „All-Star-Band“ annonciert werden. 2012 sind dabei: Daniel Prandl (Piano), Judith Goldbach (Bass), Dirik Schilgen (Schlagzeug), Peter Protschka (Trompete) und Gary Fuhrmann (Saxophon) – exzellente Leute allemal, realistisch aber doch noch eher „Stars auf dem Sprung…“

 

Paolo Fresu - Foto Schindelbeck
Während sich die Jazzfreunde noch bei Bridgewater tummeln, kommt die Joy-Fraktion schon einmal mit „Dick Brave & The Backbeats“ an anderem Orte in Stimmung. Das ist die typische Spannbreite von Jazz & Joy: während an der einen Ecke Spitzenjazz mit Paolo Fresu geboten wird, tummeln sich die Deutsch-Pop Freunde zeitgleich bei „Bosse“, beide Konzerte allerdings schon am Ende des Festivals am Sonntag.

 


Dazwischen gibt es ein Programm ohne erkennbaren programmatischen Schwerpunkt. Im Jazzbereich spannt sich der Bogen von Bigband Jazz, Dixie und Oldtime über eher gefälligen Pop-Jazz bis hin zu spannenden Bands mit zeitgenössischem Jazz von denen erfreulicherweise einige sogar aus der Region kommen. Neben der schon genannten „All Star Band“ beispielsweise das Alexandra Lehmler Quintett, der Gitarrist Ralf Gauck oder die Formation „Quinsch“ der Flötistin Stephanie Wagner (Jazzpreisträgerin der Stadt Worms im vergangen Jahr). Claus Boesser-Ferrari ist im Duo mit Thomas Siffling zu hören und Stephanie Neigel, die auch bandintern (u.a. mit Volker Engelberth) die Brücke von Pop zu Jazz schlägt.

 

Die Macher bleiben mit diesem Programm massenkompatibel: Avantgardistisches oder Freies bleibt außen vor – keiner muss ihn Worms befürchten versehentlich in den Bereich „schräger Klänge“ zu stolpern. Man wünscht den Programmgestaltern ein wenig mehr Mut und Vertrauen in die Aufnahmefähigkeit ihrer Besucher.

 

Mani Neumeier - Foto SchindelbeckStattdessen kann man sich an Altbewährtem erfreuen: Paul Kuhn ist mit seinem Trio zu hören und auch die Kraut-Altmeister von Guru Guru – die in punkto Spielfreude und Dynamik allerdings vermutlich wieder manche „Jungband“ an die Wand spielen werden. Zu den Jazz-Highlights dürfte neben dem bereits erwähntem Enrico Rava das Al Foster Quartet gehören. Der letzte Schlagzeuger von Miles Davis bringt Douglas Weiss am Bass,  den Pianisten Adam Birnbaum und Mark Shim am Saxophon mit.

 

Das Rahmenprogramm erinnert an Palatia Jazz: Winzer aus der Region offerieren ihre edlen Tröpfchen und dazu sind allerlei kulinarische Köstlichkeiten annonciert.

 

Für „Jazz & Joy“ sind Karten im Vorverkauf erhältlich, erstmals wird in diesem Jahr ein vergünstigtes Kombiticket angeboten. Alle Informationen zum Festival finden sich unter www.jazzandjoy.de

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